Richtige Sicherung des neuen Familienmitgliedes
 

Tierschutzhunde kommen oft aus schwierigen Verhältnissen, sind ehemalige Straßenhunde und/oder haben in ihrem bisherigen Leben wenig Positives durch Menschen erlebt und haben deshalb zunächst einmal große Angst vor fast allem - manchmal auch vor völlig unkallkulierbaren Dingen. Sie haben eine lange, anstrengende Reise hinter sich, sind aufgeregt und haben noch keinerlei Bindung zum Menschen.

Manche sind vielleicht sogar richtige Angsthunde, mit einem ausgeprägten Fluchtverhalten. In den ersten Tagen und Wochen ist es sehr wichtig, die Hunde gut zu sichern. Unabdingbar ist ein Geschirr, idealer ist noch ein Sicherheitsgeschirr.

  1. Bitte benutzen Sie SOFORT BEI DER ÜBERGABE Ihres neuen Hundes ausschließlich ein geeignetes GESCHIRR am besten ein Sicherheitsgeschirr! Gehen Sie bitte KEIN RISIKO ein, sondern legen Sie dieses Geschirr sofort in einem GESCHLOSSENEN RAUM an (z.B. im geschlossenen LKW, im geschlossenen Auto oder in einem anderen geschlossenen Raum) und gehen Sie erst, wenn es 100% sicher sitzt, mit dem Hund angeleint nach draußen.

    Oder besorgen Sie sich eine sichere und verschließbare Transportbox und sichern den Hund damit noch im LKW, Tierheim oder in einem anderen geschlossenen Raum und tragen Sie ihn darin in Ihr Auto und von dort in der Box in Ihre Wohnung/Haus.

    Zuhause angekommen, sollten Sie ihm aber dann spätestens, wie oben beschrieben, ein Geschirr anlegen (wieder im geschlossenen Raum)!

    Der Hund kann dieses Geschirr anfangs Tag-und Nacht tragen. Das vereinfacht die Handhabung für Sie und den Hund.

    Sicherheitsgeschirre sind keine handelsüblichen, gewöhnlichen Geschirre, sondern ausbruchssichere Spezialgeschirre mit doppeltem Bauchgurt.
     
  2. Benutzen Sie zusätzlich zu diesem Geschirr ein Halsband und verwenden Sie in der Anfangszeit 2 Leinen. Eine wird mit dem Geschirr - die andere mit dem Halsband verbunden.

    Die Geschirrleine können Sie sich zur noch besseren Sicherheit um den Bauch binden und die Halsbandleine in der Hand halten.
     
  3. Gehen Sie am besten die ersten 6 Wochen ausschließlich so spazieren und lassen Sie Ihren neuen vierbeinigen Freund bitte mindestens so lange auch nicht von der Leine, es sei denn, Sie sind sich 100% sicher, dass Ihr Hund eine tiefe, enge Bindung zu Ihnen aufgebaut hat und keinerlei Angstverhalten mehr an den Tag legt. Um diesbezüglich sichergehen zu können, sollten zunächst in geschlossenen Arealen Übungsphasen stattgefunden haben und der Hund bewiesen haben, dass er alle Grundkommandos 100% zuverlässig ausführt. Dazu suchen Sie am besten, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, ein eingezäuntes Übungsgelände auf!

  4. Bitte achten Sie immer darauf, dass Ihr Hund auch sonst keinerlei Möglichkeit zur Flucht hat (z.B. durch offene Autotüren, Haus-oder Hoftüren, Fenster, Balkon-Terrassentüren, Gartentor, über Zäune usw.)! Unterschätzen Sie Ihren Hund NIE! Er kann ggf. meterhohe Hindernisse überwinden!

 

Ihr Team von Vizsla in Not e.V.