Cayo - ca. 2jähriger Vizslarüde

Alter: 30.07.2020
Kastriert: Ja

Kupiert: Nein
Kinder: Nein
Aufenthaltsort: Deutschland (Niederbayern)

Vermittlungshilfe durch:
Annette Allmann

Mobil: 0178 / 46 16 452
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Haltungsbogen

Cayo Cayo

 

05.08.2022


Wir leisten für Cayo und seine Familie nur Vermittlungshilfe, hoffen aber auch so,  helfen zu können...

06.11.2022


Neuer Steckbrief zu Cayo
Cayo kam zu uns und unserem Ersthund (Samojede) als 8-Wochen alter Welpe aus einer Privatzucht. Gleich in diesen ersten Wochen trat leider ein deutlich aggressives Verhalten bei ihm auf. Anfangs handelt es sich um ein Ressourcenproblem (Futteraggression). Schnell wurde aber auch recht deutlich, dass er keine Berührungen oder in seinen Augen falsche Bewegungen akzeptierte. Beispiel: Er lag/saß mal neben uns und nur wenn man sich bewegt hat, kam es sofort zur Konfrontation mit den Zähnen. Alles also zu seinen Bedingungen. Wir mussten uns
das erste Mal mit blutigen Händen und Armen in solch einer Situation auseinandersetzen. Durch den Schock und Überforderung, haben wir uns schnellstmöglich Hilfe und Rat gesucht.
 
Hier gab es auch die ersten 1:1 Stunden neben Gruppentrainings und Social Walks. 5 Trainer später - um einiges an Geld ärmer (Kosten belaufen sich
auf eine höhere fünfstellige Summe) und vielen komischen Methoden, die im Nachhinein fatal waren, laut einigen anderen Trainern - sind wir nun am Ende unserer Kräfte. Schmerzlich müssen wir im Nachhinein betrachtet feststellen, dass leider hier oft nur an den Symptomen gearbeitet wurde, aber nicht am eigentlichen Problem bzw. der Ursache, die diese Symptome auslöst. Da wir im Mai schon einmal an diesem Entscheidungspunkt standen, haben wir nochmals neue Trainer gesucht. Wir sind fündig geworden und sind bei einer wirklich großartigen Hundeschule und sehr guten und ehrlichen Trainern gelandet, die auch mit Verhaltensanalysen arbeiten. Sie haben uns aufgezeigt, was wirklich das Problem verursacht und uns alles sehr
anschaulich und detailliert erklärt. Außerdem geben sie uns momentan einen tollen Rückhalt und sind jederzeit für uns da.
 
Hier kam bei der Analyse heraus, dass Cayo’s Genetik ein Teil des „Problems“ ist. Denn nicht nur er zeigte dieses Verhalten, sondern auch ein anderer Welpe aus demselben Wurf. Neben Cayo’s Genetik, führt sein Drang sich selbst so ins Adrenalin reinzusteigern dazu, dass er ab diesem Zeitpunkt sich selber nicht mehr kontrollieren kann. Er ist somit in einem Tunnel und blendet alles um sich herum aus. Dies äußert sich dann in Übersprungshandlungen (schnappen und beißen mit nachbeißen /nachattackieren). Frustration im Outdoorbereich spielt hier ebenfalls eine großeRolle, genauso wie eine kurze Konzentrationsspanne.
 
Die Lösung für all diese Probleme liegt darin, gemeinsam mit Cayo daran zu arbeiten, dass er sich nicht mehr in diesen Adrenalin-Rausch reinsteigert. Dazu haben wir mit toller Anleitung durch unsere aktuellen Trainer auch schon begonnen. Wir haben uns also dazu entschieden den gemeinsamen Weg nochmal zu gehen und haben auch erste kleine Erfolge erzielt. Hier haben wir noch mehr gelernt ihn besser zu lesen und diese Extremsituationen bereits auf ein Minimum zu reduzieren und diese Situationen kontrolliert und gezielt mit dem Training anzugehen.
 
Leider gab es für uns wieder einen weiteren Rückschlag, indem Cayo manchmal keine Lust hat, sich den Maulkorb anziehen zu lassen und dabei zuletzt beim Anziehen in die Hand meines Freundes gebissen hat, sodass wir zum Arzt mussten. Es war nicht die erste Verletzung in den zwei Jahren, aber die schwerwiegendste. Mittlerweile spielt hier nicht nur mehr Respekt, sondern auch eine größere Angst mit. Angst, die

wir jeden Tag durchstehen müssen. Angst, da wir Kinder wollen und wo dann der Weg hinführen soll - wenn dann da noch mehr passiert.

Cayo war in den letzten vier Wochen im Training / Bootcamp bei unseren Trainern.

Hier wurde mit ihm nochmal gearbeitet und genauestens sein Verhalten analysiert. Es stellte sich heraus, dass er Triggerpunkte hat, die auch mit uns in Zusammenhang kommen. Einerseits meinen Freund und unseren Samojeden. Dazu steigerte er sich in den vier Wochen sehr in Begegnungen mit anderen Hunden und handelte hier mit Bedrängnis oder mit Übersprungshandlungen. Er ist zwar sozialverträglich, aber steht
sich oft selbst im Weg. Dazu ist er besser als Einzelhund handzuhaben. Als Rat, um diese hormonelle Aufstauung besser in den Griff zu bekommen, haben uns die Trainer zu einer Kastration geraten. Dies haben wir auch umgesetzt.

Cayo ist am 30.07.2020 geboren und verträglich mit anderen Hunden und auch mit unkastrieren Rüden, wie unserem Samojeden. Natürlich gab es die ein oder andere Diskussion zwischen den Beiden, allerdings ist unser Samojede sehr harmoniebedürftig und geht lieber Konflikten aus dem Weg als Grenzen zu setzen.

Das hat die Situation zusätzlich zu dem Stresslevel verkompliziert. Hier haben wir die Situationen dann für unseren Samojeden gemanaged, damit die nötige Individualdistanz von beiden gewahrt wird. Cayo kann über 4-5 Stunden alleine Zuhause bleiben und kommt dort gut zur Ruhe. Hier kann man gerne Rituale einführen, die ihm es erleichtern zur Ruhe zu finden. Er ist anhänglich und ab und an auch sehr verschmust. Das Knuddeln etc. muss jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, denn wie oben beschrieben kann die Stimmung sehr schnell kippen. Die nötigen Signale, können nicht immer genau bestimmt oder gelesen werden, da die Übersprungshandlungen in Sekundentakt auftauchen können. Somit sind sie für das
bloße Menschliche Auge nicht zu sehen oder zu lesen.

Er ist gut Leinenführig, allerdings läuft das besser in reizatmenden Gegenden, denn er lässt sich schnell ablenken und braucht eine konsequente Hand, die ihm auch seine Grenzen durch Korrekturen setzt. Draußen wurde er vorwiegend mit Leine oder Schleppleine geführt, Freilauf ist möglich da er sich sehr an seinen Halter orientiert.
Er ist jagdlich ambitioniert (Einstufung Mittel) allerdings interessieren ihn an manchen Tagen die Tiere gar nicht. Da wir auch ins Mantrailing mit ihm gegangen sind, können wir uns wieder so eine Beschäftigung oder Aufgabe für ihn vorstellen.

Außerdem hat er Tendenzen zum Apportieren, hier fehlt es allerdings an der nötigen Konzentration, die aber ausgebaut werden kann (er liebt es Sachen rumzutragen!). Er liebt es im Sommer zu schwimmen und war auch des Öfteren beim Reisen mit uns dabei. Es ist anstrengend, aber es gibt dabei viele schöne Momente.

Wie Cayo mit Kindern umgehen mag, können wir nicht sagen, da wir selbst noch keine haben. Aber das Risiko wäre uns persönlich zu groß.
Somit müssen wir uns schweren Herzens von ihm trennen und suchen jetzt nach einem neuen, passenden Zuhause für ihn.
Wir möchten hier nichts beschönigen, denn das würde ein falsches Bild vermitteln. Es ist für uns ein Kampf jeden Tag und derjenige oder diejenige, die ihm einen Neustart bieten möchte, sollte sich dem bewusst sein. Hier können wir nur empfehlen, weiter mit unseren Trainern (im Raum Nürnberg) zu arbeiten.

 

Cayo ist ein hübscher Vizsla, dass steht außer Frage! Aber er sollte nicht wegen seiner Optik oder Mitleid zu sich genommen werden. Hier muss man sich der Verantwortung und dem „Päckchen“, das er trägt, bewusst sein. Deshalb hoffen wir auf eine Person, die Erfahrung mit Problemhunden hat und diesen auch mit Maulkorb führen kann. Wahrscheinlich wäre hier ein Haushalt ohne Kinder ratsamer. Eher als Einzelhund oder auch als Zweithund, wo allerdings ein souveräner Ersthund vorhanden sein sollte, der ihm gegenüber die Grenzen zeigt und auch durchsetzt, da Eifersucht ein Thema sein könnte.

Wir wohnen in Niederbayern und sind offen für weitere Gespräche oder auch persönliche Kennenlerntreffen.